Wie sieht der Journalismus der Zukunft aus? Zwei tolle Texte zum Thema

Ich möchte jedem, der sich für Journalimus interessiert, diese zwei Texte ans Herz legen. Im ersten gibt Richard Gutjahr zugespitzt “7 ultimative Tipps für Journalisten, damit Sie auch morgen noch einen Job haben.”

Gutjahr bezeichnet sich selbst als “Hybridmodell” und fühlt sich online, im Fernsehen sowie in der Zeitung gleichermaßen zu Hause. Hier nimmt er gewitzt die traditionellen Weisheiten aufs Korn.

Ein Tipp: Verbrennen Sie Ihre Social Media Guidelines, denn die machen “soviel Lust auf Facebook, Twitter oder Blogs wie auf Hämorrhoiden.” Zudem: Meiden Sie Bedenkenträger, die Meckerer, die immer schon wissen, dass ihnen etwas Neues nicht gefällt, bevor sie es überhaupt ausprobiert habe. Hier verbergen sich kluge Gedanken hinter der satirischen Oberfläsche, zum Beispiel wenn Gutjahr vorschlägt, das iPad wegzuwefen: “Wenn Sie nichts zu sagen haben, wird Ihre Geschichte auch nicht besser, wenn Sie neben Ihren Text eine lustige Flash-Animation einfügen.”

Etwas ernsthafter geht David Bauer an das Thema heran. Bauer ist schweizer Journalist und Mitgründer von GuteTexte, wie sich Leser dieses Blogs erinnern mögen. In seinem herausragenden Text beschreibt er 10 Ideen, um den Online-Journalimus zu stärken. Da ist kein Gemeckere, sondern nur eine tolle Idee nach der anderen.

Alle Punkte verlagen ein Umdenken und fordern die traditionelle Herangehensweise heraus.

Bauer greift Vorschläge auf, mit denen auch ich mich beschäftige, zum Beispiel zur Verbesserung der Leserkommentare, und argumentiert dafür, Online Redaktionen mit den besten Journalisten sowie klugen Programmierern auszustatten.

“Weg mit den Klickmonitoren,” fordert Bauer. Zu dem Schluss, dass Klickzahlen ein schlechter Massstab für den Erfolg von Online-Journalismus sind, bin auch ich in Arbeiten während meines Bachelor-Studiums gekommen. Anstelle von Klicks sollten wir messen, wie lange Leser auf der Seite bleiben, ob sie kommentieren, die Inhalte weiter teilen, schreibt Bauer, eine Einstellung, die ich teile.

Ein Umdenken ist auch im Bereich der Inhalte nötig “Journalismus hat zunehmend nicht mehr die Frage zu beantworten: ‘Was geschieht bei XY gerade?’, sondern ‘Worum geht’s bei XY eigentlich?’” In Dossier können Hintergründe erforscht werden, sie bieten Lesern die Möglichkeit, sich weiter über ein Thema zu informieren als es ein tagesaktueller Artikel vermag, und werden so zu wichtigen Ressourcen. Bauer nennt einige deutsch-sprachige Beispiele; Im englisch-sprachigen Raum sind die Explainer von Mother Jones sowie die Zusammenfassungen von ProPublica erwähnenswert.

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